Es klingt widersprüchlich, ist aber Realität am Immobilienmarkt: Die größte Gefahr, eine Immobilie unter ihrem eigentlichen Marktwert zu verkaufen, ist ein zu hoher Angebotspreis zu Beginn. Warum das so ist – und wie sich dieser Fehler vermeiden lässt – erklären wir hier.
Warum Eigentümer ihre Immobilie oft höher einschätzen als der Markt
Für Eigentümer ist die eigene Immobilie mehr als nur ein Objekt. Sie ist Zuhause, Kapitalanlage, Altersvorsorge – oft verbunden mit Erinnerungen, Zeit und Emotionen. Zusätzlich spielen investierte Modernisierungen, gestiegene Energie- und Nebenkosten sowie Vergleichsangebote aus Immobilienportalen eine Rolle, die vermeintlich ähnliche Objekte zu deutlich höheren Preisen darstellen.
Was dabei häufig übersehen wird:
👉 Angebotspreise sind keine Verkaufspreise.
👉 So verständlich emotionale Werte für Eigentümer sind – Käufer orientieren sich am Markt, an der Finanzierbarkeit und an vergleichbaren Verkäufen.
Wir als Immobilienexperten bewerten unabhängig und marktorientiert. Unsere Analyse basiert vor allem auf der Frage, bei welchem Ergebnis die Interessenten Kaufbereitschaft entwickeln. Genau hier entsteht oft die Diskrepanz zwischen Eigentümer- und realistischen Marktvorstellungen.
Warum ein zu hoher Angebotspreis fatal ist
Natürlich möchte jeder Verkäufer den bestmöglichen Preis erzielen. Der Gedanke, „erst einmal höher anzusetzen und dann zu schauen, was passiert“, wirkt verlockend. Doch genau diese Strategie führt häufig ins Gegenteil.
Der Markt funktioniert gnadenlos effizient:
- Liegt der Angebotspreis deutlich über dem Marktwert, bleiben ernsthafte Interessenten aus.
- Die Immobilie wird zwar gesehen, aber nicht angefragt.
- Nach Wochen oder Monaten folgt die erste Preisreduzierung.
- Weitere Reduzierungen können notwendig werden.
Was passiert parallel?
Interessenten beobachten den Markt sehr genau. Preisnachlässe werden registriert – und interpretiert. Die Immobilie bekommt schnell den Stempel: „Schwer verkäuflich“ oder „Das geht noch mehr nach unten.“
Das Ergebnis ist eine Abwärtsspirale, an deren Ende oft ein Verkauf unter dem eigentlich erzielbaren Marktpreis steht. Ein Wertverlust, der vermeidbar gewesen wäre.
Der Schlüssel: realistisch starten, strategisch verkaufen
Ein marktgerechter Startpreis sorgt für Aufmerksamkeit, Nachfrage und Wettbewerb. Genau das ist die Grundlage für einen optimalen Verkaufspreis – nicht das „Hoffen auf den einen Zufallskäufer“.
Deshalb unser klarer Rat:
- Vertrauen Sie auf fundierte Marktkenntnis und Erfahrung.
- Lassen Sie sich nicht von fremden Angebotspreisen blenden.
- Vermeiden Sie Vermarktungsfehler, die später kaum noch zu korrigieren sind.
Der Verkaufserfolg entscheidet sich nicht am Ende der Vermarktung, sondern mit der richtigen Preisstrategie zu Beginn.
Die häufigste Sorge unserer Kunden lautet dabei: „Und was, wenn wir dann zu günstig verkaufen?“
Auch dafür gibt es eine klare, bewährte Lösung – und genau darum geht es im nächsten Beitrag.